Preppo fragt nach bei Marc Friedrich

Das vierte Mal, dass Preppo nachfragen kann und darf. Dieses Mal “löchern” wir Marc Friedrich, einen Finanzexperten mit ausgeprägten schwäbischen Wurzeln und beachtlichem internationalen Radius. Eine Verbindung, die stimmig ist und sich auch in seinen Erfolgen als Buchautor, Redner, Vordenker – er atmet in seiner Heimat die Luft, die schon Friedrich Schiller und Eduard Mörike inhaliert haben – und als Geschäftsmann widerspiegelt. Sein klares Plädoyer: Gegengewichte schaffen als eine Art Lebensversicherung für die Kaufkraft. Hier sind die sechs Fragen an Marc Friedrich und seine Antworten.

Der größte Crash = die größte Chance aller Zeiten.
1. Herr Friedrich, wir haben im November 2019 hier im Blog Ihr zusammen mit Matthias Weik geschriebenes Buch „Der größte Crash aller Zeiten“ besprochen. Nun ist uns allen ein damals noch unbekanntes, namensloses Virus in die Quere gekommen. Wie tangiert nun Corona Ihr Gedankengebäude? Was hat sich an Ihrer Einschätzung dadurch verändert? Bringen Sie uns auf den neuesten Stand.

Corona ist eine Art „Brandbeschleuniger“ einer viel tiefer liegenden Krise, die schon länger vor sich hin schwelt. Wir sind schon seit der Finanzkrise 2008 im Dauerkrisenmodus. Nach der Finanzkrise kam die Eurokrise, dann die Staatsanleihenkrise, danach die Flüchtlingskrise und jetzt haben wir schon wieder einen Krise, die Coronakrise – und keine dieser Krisen wurde jemals gelöst. Ganz im Gegenteil. Die Verantwortlichen, die Protagonisten in der Politik, vor allem in der EU haben immer wieder versagt.

Die Coronakrise hat ein weiteres mal deutlich gezeigt, dass die EU nicht funktioniert, dass sie nicht an einem Strang zieht, sondern jedes Land sein eigenes Ding macht und als Sahnehäubchen sich noch manche Politiker sich die Taschen vollstopfen. Dahingehend ist es ein Brandbeschleuniger, der die Ungleichgewichte, der die Sollbruchstellen im System deutlich aufzeigt und uns noch näher an das Ende dieses Systems gebracht hat.

2. Sie haben sich, wenn wir richtig informiert sind, von Ihrem seit der gemeinsamen Kindergartenzeit vertrauten Geschäftspartner Matthias getrennt? Haben sie Auffassungsunterschiede in der perspektivischen Betrachtung auseinanderdividiert, wenn ja, zu welchen Punkten? Wenn nein – sofern es nicht rein private Gründe waren -, wodurch dann?

Ich entwickle mich immer gerne weiter, möchte mich stets verbessern und versuche über den Tellerrand hinauszuschauen. Stillstand ist für mich einfach immer Tod – in der Natur, im Leben. Alles was lebt bewegt sich und deswegen bewege ich mich gerne und habe mich dahingehend auch weiterentwickelt und weiterbewegt.

3. Eine glasklare Aussage haben Sie in 2019 zur Person Donald Trumps getroffen, seine Wiederwahl als US-Präsident vorhergesagt. Warum lagen Sie hier daneben?

Ich liege auch nicht immer richtig. Laut Spiegel habe ich eine Trefferquote von 86 Prozent, ist doch nicht schlecht. Bei seiner ersten Wahl lag ich entgegen aller Analysen goldrichtig. Biden hatte kräftige Schützenhilfe von der Presse, die massivst gegen Trump geschossen hat. Erschreckend war, dass es wieder einmal Fehler bei den Auszählungen gab. In Georgia beispielsweise gab es Missstände. Es waren ein paar tausend Stimmen, aber das ist ja schon für jeden Demokraten genug um das Ergebnis anzuzweifeln. Klar ist: Da lag ich tatsächlich falsch und da stehe ich auch dazu.

Nichtdestotrotz glaube ich nach wie vor, dass Biden ein schlechter Präsident ist und auch in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren abgelöst wird. Er wird die ganze Amtszeit nicht durchstehen, dafür ist er körperlich schon zu sehr ein Wrack.

4. Anders als beispielsweise Max Otte plädieren Sie schon seit 2013 für ein moderates Investment in Bitcoins. Ja, in Bezug auf die Sinnhaftigkeit der seit 2009 aktiven, und damit ältesten Blockchain, geraten Sie regelrecht ins Schwärmen, wie „… die vielleicht wichtigste Erfindung … zu unseren Lebzeiten …“. Gegebenenfalls auch befeuert von einem von Ihnen vorhergesagten „Bankensterben“. Wie schätzen Sie hier und heute die Lage ein?

Ich bin positiver denn je bezüglich Bitcoin. Denn Bitcoin ist eine Antwort auf alles, was bei uns im Geldsystem der Notenbank, im politischen System falsch läuft. Bitcoin ist dezentral, nicht in der Obhut von Notenbankern, nicht im Zugriffsbereich von Politik, nicht korrumpierbar, grenzenlos, sehr demokratisch, deflationär und limitiert. Und erstmalig haben alle Menschen die Chance, bei der Geldschöpfung, der Währungsschöpfung dabei zu sein.

In meinem neuen Buch „Die Größte Chance aller Zeiten“*, es erscheint am 20. April, habe ich eine Liebeserklärung an Bitcoin abgegeben. Im Gegensatz zu der Aussage zu Trump habe ich mit meinen Prognosen beim Bitcoin doch sehr richtig gelegen. Ich habe im Herbst 2020 gesagt und im Focus geschrieben, dass wir einen starken Anstieg  in den nächsten Monaten sehen werden. Das ist eingetroffen, wir sind von sieben, acht Tausend Euro auf fast 50.000 Euro hochgeschnellt – und ich glaube, das ist immer noch ganz der Anfang. Bitcoin ist ein grenzenloses, limitiertes, digitales Gut.

„Die größte Investmentchance zu unseren Lebzeiten“ – und ein jeder sollte Bitcoin in seinem gut strukturierten, diversifizierten Portfolio haben. Man kann auch Bruchteile von einem Bitcoin kaufen, auch nur 0,0001 Bitcoin. Aber das sollte jeder haben, weil es ein „Kind der Krisen“ ist und eine „Kriegserklärung“ an das jetzige kaputte, marode System.

5. Sie haben auch viel von „Zombieunternehmen“ geschrieben und gesprochen. Lebende Tote im Romanjargon, schon etwas makaber. Was können Sie den dort Beschäftigten raten?

Wir haben eine so hohe „Zombiedichte“ wie noch nie – dadurch, dass das Geld günstig ist und die Zinsen niedrig sind. Es ist immer am Ende eines Zyklus so, dass praktisch Unternehmen Geld bekommen, obwohl sie es normalerweise nicht bekommen sollten. Weil das Geld bei den Banken sozusagen „locker liegt“ und die Notenbanken auch die Banken eigentlich dazu zwingen, Geld ins Wirtschaftssystem zu pumpen, um das Geld- und Wirtschaftskarussell am Laufen zu halten. Weil wir Wachstumszwang haben. Dadurch gibt es keine natürliche Auslese mehr von Unternehmen, die am normalen Markt keinen Bestand hätten, weil sie keine Gewinne mehr erwirtschaften. Dann kommt irgendwann der sogenannte „Minsky Moment“, das ist der Augenblick, wo das ganze Kartenhaus in sich zusammenbricht, wo dann die Banken restriktiver mit den Kreditvergaben umgehen, weil sie vorsichtiger werden.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in solchen Unternehmen: Einfach wo anders bewerben und etwas auf die Seite legen. Versuchen, eine Art Gegengewicht zu schaffen. Was ansparen an durch Natur oder Mathematik limitierten Werten, wie Gold, Silber oder eben auch Bitcoin.

6. Können Sie uns in wenigen Sätzen sagen, was wir als vernunftbegabte Menschen in den nächsten Wochen und Monaten im monetären Bereich unbedingt „tun und lassen“ sollten?

Nie war es wichtiger, nie essenzieller, sich aktiv um sein Vermögen zu kümmern. Raus aus Papierwerten, raus aus Versprechungen! Rein in Sachwerte! Wertpapiere von heute können die Altpapiere von morgen werden. Rein in durch Natur, durch Mathematik limitierte Werte. Denn umso mehr Geld die Notenbanken drucken, umso mehr braucht man „Gegengewichte“. Eine Art „Lebensversicherung“ für sein Geld, für seine Kaufkraft, weil die Inflation kommen wird, bei dem, was die Notenbanken da veranstalten. Sie drucken so viel Geld wie nie zuvor. Mehr Geld sogar, als in allen anderen Krisen zusammen. Da werden Billionen jetzt in das System gepumpt und da braucht man einfach, um seine Kaufkraft zu schützen, limitierte Werte.

Immobilien würde ich nicht machen. Ich würde eher antizyklisch Immobilien verkaufen. Aber Diamanten, gute Rohstoffaktien, Minenaktien, Edelmetalle, Gold und Silber, die immer Geld waren, die immer Geld bleiben werden, die auch jede Notenbank im Schließfach hat. Aber natürlich auch Bitcoin und so weiter, sind da interessante Gegengewichte, eben eine Art Lebensversicherung für die Kaufkraft.

Mein neues Buch ist meiner Ansicht nach das Wichtigste, dass ich je geschrieben habe, weil es die perfekte Vermögenssicherung für die kommende Zeit aufzeigt mit wertvollen Tips und Empfehlungen. Eine Anleitung für die Zukunft.

Vielen herzlichen Dank, Herr Friedrich.

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Ja, da darf man echt gespannt sein, wie es so weitergeht. Aber nicht nur zuschauen, sondern selbst auch Gegengewichte schaffen. Und wie schafft das der vernunftbegabte Mensch? Das wußte schon Konfuzius, der 591 bis 479 vor Christus gelebt hat: “Dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.”

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