Spitz-findig-keit

Spitz oder Spitze sind in aller Regel pointierte Aussagen zum Zeitgeschehen. Dies kann, muss aber nicht die Politik betreffen. Es kann auf die Gegenwart oder auch auf die Vergangenheit gemünzt sein. Spitz ist eine Aussage dann, wenn sie sticht, der betreffenden Person oder Personengruppe wehtut, spitze, wenn sie ausgezeichnet formuliert ist und im Idealfall zudem die Wahrheit abbildet. Fi/ündig, wenn der beschriebene Umstand nicht ganz offensichtlich, also erst zu ergründen ist. Und -keit lässt auf unterschiedliche menschliche Eigenheiten/-schaften schließen, wie beispielsweise Eitelkeit, Heiterkeit, Überheblichkeit oder, oder. Alles zusammengenommen eine echte Spitzfindigkeit. In unserer neuen Kolumne ‘Spitz-findig-keit’ werden wir in lockerer Folge jeweils zwei oder drei Aussagen zitieren, dabei auch klassische Denkerinnen und Denker nicht verschonen.

Um Denkanstösse zu geben, die Freude am Formulieren zu wecken – nichtzuletzt auch um dem Humor in unserer doch etwas trostloseren Zeit wieder mehr Geltung zu verschaffen. Erhöht das Wohlbefinden. Packen wir es an! Ich sage nicht, wir schaffen das. Aber wir probieren es auf jeden Fall!

Spitzfindigkeit Nr. 2

Vorbemerkung

Es gibt nach Immanuel Kant auch eine falsche Spitzfindigkeit, die wir uns hier allerdings nicht zu eigen machen wollen. Wer dem dennoch nachgehen möchte – Die falsche Spitzfindigkeit der vier syllogistischen Figuren – kann dies hier gerne tun.

1. Spitz-findig-keit

Gut und böse – und nichts dazwischen. Nach der Lektüre beider Bücher ist klar: Hier geht es um nicht weniger als eine Revolution; vergleichsweise sanft bei Neubauer und Repenning, radikal bei Rackete. Statt nur das Klima zu schützen, soll die geltende Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung abgelöst werden. Neubauer und Repenning sprechen von «freiwilliger Selbstdepriviligierung» und davon, dass auch die historische Sklaverei nur enden konnte, weil die Schuldigen ihre moralische Verantwortung erkannt hätten. Hierin liegt das Kern- und Totschlagargument, mit dem die Alternativlosigkeit der Forderungen gerechtfertigt werden soll: Dem moralisch Guten kann und darf man nicht widersprechen. Es gibt nur noch gut oder böse, Klimaschutz oder Kapitalismus, gerecht oder ungerecht. Dabei ignorieren die schreibenden Aktivistinnen, dass auf dieser Grundlage überhaupt keine Diskussion mehr möglich ist. Ihre mangelnde Bereitschaft, auch andere Lösungen als die ihren anzuerkennen, macht sie unfähig, mehr als das zu repräsentieren, was sie selbst sind: wohlstandsverwahrloste Neomarxisten.

Anna Schneider in der NZZ vom 8.11.2019 mit dem Blick auf die zwei neu erschienenen Bücher “Handeln statt hoffen – Aufruf an die letzte Generation” von Carola Rackete und “Vom Ende der Klimakrise – Eine Geschichte unserer Zukunft” von Luisa Neubauer/Alexander Repenning.

2. Spitz-findig-keit

Habe im Juli 2019 mit Freunden eine Wanderung von Wurmlingen nach Tübingen unternommen und bin bei der Vorbereitung auf folgende Anekdote gestoßen: Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Hölderlin und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling haben ja 1790 im Tübinger Stift auf einer Stube gewohnt und gelegentlich sind sie auch zur Wurmlinger Kapelle gewandert. Dabei wurde kräftig philosophiert, diskutiert und – wie es vor und hoffentlich auch wieder nach Corona, von alters her im Schwabenland dazu gehörte – auch eingekehrt.

Vom Wirt wurden sie dabei mit dem Verbot allen Politisierens begrüßt. Hölderlin fragte unerschrocken nach, was denn erlaubt sei: “Essen und trinken”. Und Hegel fragte spitz, wodurch man sich dann noch vom Vieh unterscheide: “Durchs Bezahlen”, so der schlagfertige Wirt.

Quelle: Jürgen K. Hultenreich, Hölderlin, Das halbe Leben, Eine poetische Biografie, Berlin 2018, S. 51.

3. Spitz-findig-keit

Dieses Land ist wirklich wie eine enge Jeans: An den entscheidenden Stellen sitzen die Nieten. So geht alles in die Hose.

Kommentar von Winni am 15.6.2019 auf einen Beitrag von Stefan Paetow tags zuvor in Tichys Einblick, bei dem es um eine Talkshow – gleich Quasselrunde – bei Maybrit Illner ging.

Und hier geht es weiter zum Weg aus der Krise.

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Jetzt, wo Ostern vorbei ist, geschafft: Das sind sie, die nächsten drei Spitzfindigkeiten von Preppo! Aber Leute, wenn schon Wirte das Politisieren verbieten könnten, was machen dann all die anderen?

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