Pandemie & Co. – passende Antworten darauf

Man kommt um das Thema Pandemie nicht herum. Das Virus Sars-Cov-2 und die Lungenkrankheit Covid-19 verbreiten sich “pandemisch”. Schneller noch laufen die Nachrichten darüber. Egal in welchem Medium, ob in den Print-Medien, ob übers Internet oder durch Funk und Fernsehen. Manche Betrüger versuchen Kapital daraus zu schlagen.

Pandemie & Co.

Wie und wodurch sich das Virus in Deutschland verbreitet hat

Die NZZ hat gestern (12.3.2020) die Entstehungsgeschichte in Deutschland inhaltlich und visuell akribisch aufbereitet. Bis zum Karneval in Nordrhein-Westfalen sei das Corona Virus bei uns unter Kontrolle gewesen, danach habe es sich rasant ausgebreitet. “Die Stunde null der deutschen Corona-Epidemie war eine Karnevalssitzung am 15. Februar in dem Örtchen Gangelt (Kreis Heinsberg – JG) an der Grenze zu den Niederlanden. Mehr als 300 Personen sassen zusammen, tranken und feierten – und ahnten nicht, dass sich das Virus unter ihnen ausbreitete. Zwei Wochen später sind Tausende in Quarantäne, Hunderte sind an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankt, und bis Mittwochmittag sind drei daran gestorben.”

Weiter in der NZZ: “Dabei hatte es lange so ausgesehen, als hätte Deutschland die Ausbreitung des neuen Virus unter Kontrolle: Der erste Covid-19-Patient in Deutschland wurde bereits am 27. Januar positiv getestet. Es handelt sich um einen Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto am Münchner Sitz der weltweit tätigen Firma. Er steckte sich bei einer Chinesin an, die das Unternehmen in der Vorwoche besucht hatte. In den darauffolgenden Tagen erkrankten 13 weitere Personen – Mitarbeiter der Firma und Menschen aus deren persönlichem Umfeld. Durch Quarantänen und frühe Tests blieb die Zahl der Ansteckungen tief.”

Nordrhein-Westfalen mit seinem traditionellen Karneval

Am rasantesten breitete sich das Virus in Nordrhein-Westfalen aus, wo im traditionellen Karneval die Menschen eng aufeinander feierten. “Der eigentliche Ursprung der Pandemie in Heinsberg ist unklar. Beim Ehepaar, das nach der Faschingswoche als Erstes erkrankte, konnte kein verdächtiger Kontakt festgestellt werden. Es könnte sein, dass jemand anderes das Virus auf die Karnevalsfeier gebracht hat. Doch weil man die Erkrankungen so spät bemerkte, war die exponentielle Ausbreitung in Nordrhein-Westfalen nicht mehr zu kontrollieren.” So die NZZ.

In der Schweiz hat die Regierung am 28. Februar Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen verboten, darunter die Basler Fasnacht. Bei uns war in dieser Hinsicht am Aschermittwoch, 26. Februar alles gelaufen. Bayern hat dann als erstes Bundesland am 10. März beschlossen, Großveranstaltungen abzusagen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bremen kurz darauf.

Ein Blick in die Skigebiete und eine Antwort aus Österreich

Wenn nicht beim Karneval, im Fasching oder der Fasnet. Dann vielleicht beim Après-Ski, wie DerStandard am 11. März 2020 berichtet. Après-Ski ist nach Überzeugung des Virologen Robert Zangerle eine Virenschleuder. Die Menschen stehen auf sehr engem Raum zusammen, Alkoholkonsum verringert zusätzlich die Distanz. Zudem fassen die meisten Lokalitäten weniger als 100 Leute und fallen damit nicht unter die von den Behörden empfohlenen Verbote. Deshalb ganz bewußt belebte Orte und Veranstaltungen meiden, wie im nachfolgenden Schaubild als Schutzmaßnahme empfohlen.

Sportveranstaltungen als Freudenfeste

Massenveranstaltungen sind Freudenfeste für das Virus, wie faz-net am 12.3.2020 auf Sportveranstaltungen bezogen feststellt. Diese Veranstaltungen dünnen zusehends aus, weil die zuständigen Behörden immer besser die Lage einzuschätzen wissen und auch der/die Einzelne vernünftig (re)agiert. Da beim Spitzensport die internationale Dimension fast schon zur Seele des Geschäftes gehört, darf man gespannt sein, ob und wann die Olympischen Spiele in diesem Jahr in Japan stattfinden können.

Was setzt der/die Einzelne der Pandemie entgegen

Auf keinen Fall drücken, herzen und küssen (siehe oben) und auch ohne das herkömmliche Begrüßungsritual. Letzteres ersetzen durch Namaste, Fussschlag, japanische Verbeugung, einfachem Winken, Gong-Shou-Geste, Schulterklopfen, Fist-Bump oder Ellenbogengruß, wie hier beschrieben. Und ein besonderes Augenmerk aufs Händewaschen legen, die Hand-Hygiene – wer will auch mit Musik zu bekannten Songs, deren Refrain genau 20 Sekunden geht, so heute vom SWR nahegelegt/empfohlen. Auf der nützlichen SWR-Seite erfährt man unter anderem auch, an welchen Symptomen man eine Infektion erkennt. Und gelangt am Schluss zur Seite der Johns Hopkins University aus Baltimore, auf die wir unten noch eingehen müssen.

Auch die Sauberkeit des Smartphones, vermutlich der Gegenstand den die meisten Menschen am häufigsten berühren, spielt eine Rolle. Stichwort Handy-Hygiene. DerStandard von heute rät dazu, das Smartphone öfters zu reinigen und dafür Desinfektionsprodukte mit 70 Prozent Isopropylalkohol zu verwenden. Die Reinigungsmittel sollten aber nicht direkt auf die Geräte aufgetragen werden. Im Detail wird auch auf die Anleitungen bei Google und Apple verwiesen. Zitiert wird zudem Prof. Peter Hall, von der Universität in Waterloo/Ontario in Kanda, der das Smartphone als “wandelnde Petrischale” bezeichnet, auf dem sich Keime, Bakterien und Viren sogar wohler als auf einer Toilette fühlen. Angeblich sind auf dem Smartphone zehnmal so viele Bakterien zu finden, wie auf der WC-Brille.

Stichwort Toilette: Weitere Angaben zur Verwendung des Smartphones auf selbiger erspare ich mir und verweise auf den zitierten Artikel im DerStandard. Wer das dort in einer Studie erhobene (mehrheitliche, wenngleich unappetitliche) Verhalten der US-Bürger auch in unseren Breitengraden praktiziert, dem ist zu empfehlen, ab heute zumindest aus Gründen der Vorsorge “… das Handy beim Gang auf eine öffentliche Toilette in der Hosentasche zu lassen”.

Pandemie – “Hochzeit” auch für Betrüger

Über die neue Variante des sogenannten Enkeltricks haben wir hier schon informiert. Aber auch andere “Trittbrettfahrer” springen bei der Pandemie auf, um zu betrügen. So eröffnet die stark zunehmende Nutzung des Heim-Office Hackern die Chance, leichter an persönliche Anmeldeinformationen wie Mail-Passwörter von Nutzern zu kommen. In der NZZ vom 12. März 2020 wird berichtet, dass digitale Angreifer dazu derzeit verstärkt Phishing-E-Mails zum Thema Coronavirus verschicken. “An ihrem Arbeitsplatz sind Computeranwender (in der Regel, nicht immer – JG) gegen solche Bedrohungen gut geschützt. Die für den Unternehmenseinsatz optimierten Software-Lösungen halten Spam und Malware von den Firmen-PCs fern, sicherheitskritische Software-Updates werden automatisch eingespielt. In Home-Offices dagegen sieht es manchmal aus wie in einem Computermuseum: Die Software ist nicht auf dem neuesten Stand, die Hardware verstaubt.”

Über einen dreisten Versuch des Diebstahls von Passwörtern berichtet heute DerStandard. Und zwar werden per Mail sowie über Messenger Dateien verbreitet, über die man sich eine interaktive Karte am Computer installieren kann. Beim Öffnen der Dateien, wird die Karte auch angezeigt, allerdings unbemerkt vom Nutzer auch Malware auf dem PC installiert. Mit dieser können die Betrüger dann unter anderem Nutzernamen, Passwörter und Kreditkartennummern abgreifen. Die Dateien tragen Namen wie Coronamap.exe oder ähnlich.

Und die Karte greift auf Daten der oben genannten Johns Hopkins University zurück. Wer im Netz nach dieser Karte sucht, läuft Gefahr, auf die mit der Malware verseuchte Variante hereinzufallen, die zudem auf Websites zum Download angeboten wird. Einfaches Unterscheidungsmerkmal: Die saubere Karte ist eine Website, die – wie hier – sofort aufgerufen werden kann. Und keine Windows-Applikation, die erst noch heruntergeladen werden muss.

Hier geht es weiter mit der Pandemie.

#PreppoKompakt

Der Karneval in Nordrhein-Westfalen hat für die rasante Ausbreitung von Sars-Cov-2 in Deutschland als Turbolader gewirkt. Als Antwort auf die Pandemie bleiben den Menschen neue Gesten und Verhaltensweisen sowie eine ausgeprägte Hand- und Handy-Hygiene. Auch Zuhause bleiben nützt. Und auch gegen Betrügereien helfen – wie zu normalen Zeiten – Wachsamkeit und Wissen.

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